Spart Stade sich aus den Schulden?

Die Finanzkrise spielt sich nicht nur auf europäischer Ebene ab, sondern auch die Städte, Gemeinden und Kommunen sind davor betroffen. Der Rotstift wird überall angesetzt, denn mit Einsparungen will man dem immer weiter wachsenden Schuldenberg endlich Herr werden. In Stade wurde deshalb ein Sparhaushalt verabschiedet, der viele Einrichtungen der Kommune stark treffen dürfte.

Förderungen werden gekürzt, Steuern erhöht

Die Kreismusikschule in Stade erhält gute 13.000 Euro weniger aus dem Staatssäckel als im Vorjahr und auch das Kompetenznetz, der Moorexpress und die Hadag-Fähre erhalten weniger Geld. Die Bädergesellschaft hat sogar 100.000 Euro weniger in der Kasse im kommenden Jahr und muss vermutlich die Eintrittspreise erhöhen. Überall in Stade muss gespart werden, denn die Hansestadt hat einen gewaltigen Schuldenberg abzutragen. Doch nicht nur Kürzungen bei den Förderungen wurden beschlossen, sondern auch eine Steuererhöhung. Die Grund- und Gewerbesteuer in Stade wird gegen den Wunsch der CDU erhöht und trotzdem reicht es noch immer nicht für einen ausgeglichenen Haushalt.

4,5 Millionen Euro fehlen noch immer

Stade gibt jedes Jahr 84,1 Millionen Euro aus, aber nur 79,7 Millionen werden eingenommen. Daraus ergibt sich ein Minus von 4,5 Millionen, das auch im kommenden Haushalt nicht gedeckelt werden kann. Bis zum Jahr 2014 werden insgesamt 80 Millionen Euro Schulden aufgelaufen sein und jedes Unternehmen wäre mit dieser Bilanz schon jetzt pleite. Stade kann sich als Stadt aber mit Kassenkrediten über Wasser halten und so die täglichen Geschäfte erledigen. Doch die Zinsen für diese Kredite lassen den Schuldenberg jedes Jahr um weitere 500.000.- Euro wachsen und so entsteht ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Mit Sparen allein ist es nicht getan

Das Problem kennen die meisten Städte in Deutschland und ganz Europa. Das Geld reicht hinten und vorne nicht und teure Kredite verschärfen die finanzielle Lage noch zusätzlich, da hohe Zinsen dafür anfallen. Stade versucht mit Einsparungen auf der einen Seite weniger Geld auszugeben und erhöht die Steuern auf der anderen Seite. Neue Gewerbetriebe, die Geld in die Kasse der Stadt bringen könnten, werden sich so natürlich nicht ansiedeln und eventuell wandern vorhandene Betriebe sogar ab, denn auch die private Wirtschaft in Deutschland muss sparen um zukunftsfähig zu werden. Eine Lösung dieses Problems ist nicht abzusehen, denn was in Stade im Kleinen passiert, kennen wir auch von ganzen Staaten. Die Schulden haben sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht und nun stehen die aktuell Verantwortlichen vor einem Problem, das ihre Vorgänger geschaffen haben. Ein absoluter Schuldenschnitt wäre auf den ersten Blick sicher die einfachste Lösung, doch das lässt sich nicht so einfach bewerkstelligen wie bei einer Privatinsolvenz, wo nach sieben Jahren die dunkle Zeit vorüber ist. Hier kann nur ein ausgefeilter Sparplan helfen, der gleichzeitig Luft lässt, damit wichtige Investitionen trotzdem getätigt werden können.

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